Nachrichten aus der alten Heimat

Umweltinformationen zum Barkser Bach

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Am Rande der Streuobstwiese am Barkser Bach
Hier beginnt die Streuobstwiese am Barkser Bach,
wo noch im Frühling die seltenen Kuckucks-Lichtnelken blühen.

Die NABU-Gruppe Hessisch Oldendorf/Hameln e.V. verfolgt bereits seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts das Ziel, die im Laufe der Zeit von Menschenhand erheblich veränderten Fließgewässer in einen natürlichen Zustand zurückzuführen; noch vor wenigen Jahren wurde mit öffentlichen Mitteln die Verrohrung und Begradigung derartiger Gewässer finanziell unterstützt.
Es zeigte sich jedoch, dass derartige Maßnahmen nicht zukunftsweisend sind. Die Gewässer verarmen ökologisch gesehen, die Artenvielfalt und Selbstreinigungskraft nimmt ab. Das schnellere Abfließen verschärft in den Unterläufen der Flüsse zeitweilig die Hochwassersituation; diese Probleme naturferner Gewässer sind inzwischen hinlänglich bekannt.

Die NABU-Gruppe Hessisch Oldendorf war die erste Ortsgruppe in Niedersachsen, die seinerzeit Bachrenaturierungen z.B. am Osterholzer Bach in Hemeringen und am Höllenbach in Langenfeld durchführte. Mit den Renaturierungsprojekt Barkser Bach stand jedoch eine besondere Heraus-forderung für die Mitglieder der NABU-Gruppe an, weil eine Plangenehmigung erforderlich war und zudem hydraulische Nachweise in Eigenregie erbracht werden mussten.

Das NABU-Projekt hatte seit 1992 das Ziel, den verrohrten und begradigten Bachlauf auf einer Länge von 745 m wieder in ein natürlicheres Bett aus Wasserbausteinen zu bringen. Durch unmittelbare Anpflanzung von Erlen soll in der Folge die Selbstreinigungskraft erhöht werden. Gleichzeitig wurde der nicht standortgerechte Waldbestand (z.B. Fichtenmonokultur) beseitigt.
So half neben den Schülern des Schillergymnasiums in Hameln auch die NAJU
des NABU Hessisch Oldendorf (Kindergruppe 3 bis 12 Jahre) bei der Entfernung der Bongossifaschinen aus dem Bachbett. Ein Biologie-Leistungskurs des Schillergymnasiums in Hameln pflanzte eine mehrreihige Hecke zum Schutz des Gewässers vor Einträgen aus der Landwirtschaft.
Die NAJU-Kinder haben später ein großes Insektenhotel am südlichen Rande des Kerbtals gebaut; heute unternehmen sie immer wieder – auch im Winter – Exkursionen am Bach entlang.

Im November 2010 wurden weiter nördlich die Pflanzarbeiten mit Erlen, Eschen und Pfaffenhütchen zwischen Schutzhütte und ehemaligen Kläranlage fortgesetzt, ebenso die Anpflanzung der Streuobstwiese mit nicht handelsüblichen, selteneren Hochstamm-Obstbäumen.

Eine Erweiterung im Mittelteil des Baches ist noch wünschenswert.

Erlenpflanzung in Höhe der ehemaligen Kläranlage
Der Bach hat viele Quellen
Der Bach hat viele Quellen. Das Refugium der Kuckucks-Lichtnelken.

 In Niedersachsen gab es im Jahre 2016 noch etwa 22 bekannte Vorkommen von Kuckucks-Lichtnelken auf 128 erfassten Grünlandflächen. Das Vorkommen am Barkser Bach war dabei nicht miterfasst :

Kuckucks-Lichtnelken (Lychnis flos cuculi); heute im nahezu undurchdringbaren Mädesüß- und Brombeerdickicht
© Ferdinand Alms
Vergrößerung der Samen in Falschfarben (zur kontraststärkeren Darstellung); die blauen Körner sind nicht keimfähig.
Die alte Badeanstalt aus der Vorkriegszeit - heute
Dort, gleich neben dem Bach, haben in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts Kinder schwimmen gelernt
Totholz neben der ehemaligen Badeanstalt

 

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